Brandschutz: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Unser Zuhause sollte ein Ort sein, an dem wir uns geschützt und sicher fühlen können. Doch auch hier können Hab und Gut durch einen kurzen Moment der Unachtsamkeit in Gefahr geraten. Denn Hausbrände sind, entgegen der Annahme, keine Seltenheit. Im Falle eines Brandes sind aber nicht nur das Haus und materielle Güter bedroht, sondern vor allem auch die Gesundheit und das Leben der Bewohner. Daher sollte es für jeden eine Priorität sein, sein zuhause effektiv gegen mögliche Brände zu schützen. Schon geringfügige Anpassungen während der Bauphase und im täglichen Gebrauch des Hauses können ausreichen, um das Risiko für Gesundheit und Eigentum erheblich zu minimieren. Hier erfahren Sie, welche Vorkehrungen Sie treffen können, um Brände zu vermeiden, und wie Sie sich richtig verhalten, wenn ein Feuer ausbricht.
Inhaltsverzeichnis:
- Die häufigsten Ursachen für Brände in Häusern und Wohnungen
- Wie kann man die Wohnung oder das Haus vor einem Brand schützen?
- Auswahl nicht brennbarer Ausstattungs- und Baumaterialien
- Inspektion von Schornsteinanlagen - Reinigung von Rauchrohren
- Inspektion der Elektroinstallation
- Smart-Home-Technologie und Brandschutz
- Intelligente Rauch-, Gas- und Temperaturdetektoren
- Was tun, wenn ein Brand ausbricht?
Die häufigsten Ursachen für Brände in Häusern und Wohnungen
Nur die wenigsten Brände haben einen natürlichen Ursprung. Klar, können sie durch Blitzschlag ausgelöst werden oder Wälder und Felder stellen aufgrund anhaltender Trockenheit eine potenzielle Gefahr für nahegelegene Häuser dar. Die häufigsten Ursachen für Brände sind jedoch auf menschliches Handeln zurückzuführen, sei es absichtlich oder unbeabsichtigt. Dazu gehören vorsätzliche Brandstiftung ebenso wie eine unbeabsichtigte Brandentstehung, wie etwa das Einschlafen mit einer brennenden Zigarette. Defekte Elektrogeräte oder auch unbeaufsichtigt spielende Kinder können ebenfalls einen Brand verursachen. Ein besonderes Risiko besteht auch, wenn unerfahrene Personen Elektroinstallationen vornehmen oder reparieren. Durch die unsachgemäße Nutzung von Kaminen, Kachelöfen und elektrischen Heizstrahlern kann ebenfalls ein Brand hervorgerufen werden. Brandgefahr besteht auch bei unbeaufsichtigten Elektrogeräten, die nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt sind (Heizungen, Herde, Wasserkocher), bei unvorsichtigen Schweiß- oder Schleifarbeiten sowie bei Lagerung brennbarer Stoffe (Gasflaschen, Öle, Farben, Lösungsmittel) in der Nähe von Wärme- und Feuerquellen.
Wie kann man die Wohnung oder das Haus vor einem möglichen Brand schützen?
Damit es möglichst gar nicht erst zum Brand kommt oder dieser sich im Falle eines Ausbruchs nicht unkontrolliert ausbreiten kann, kann man zuhause einige Maßnahmen ergreifen. Als Bauherr sollten Sie auf eine ordnungsgemäße Fundamenterdung sowie eine Blitzschutzanlage setzen. Darüber hinaus kann der Einsatz feuerfester Baumaterialien, wie etwa Brandschutztüren; feuerfeste Dicht- und Schaumstoffe oder Brandschutzfensterfolien helfen, Brände bzw. deren Ausbreitung möglichst zu vermeiden.
Für Neubauten, genehmigungspflichtige Umbauten sowie Bestandsbauten sind seit 2012 Rauchmelder Pflicht. Gesetzlich vorgeschrieben sind sie in allen Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, sofern es sich um einen Fluchtweg handelt. Wer auf Nummer Sicher gehen will, installiert am besten in allen Räumen außer Küche und Bad einen Rauchmelder. Sinnvoll sind sie auch in Kellerräumen mit viel Technik. Für die Wartung der Rauchmelder sind, egal ob Mieter oder Eigentümer, die Bewohner zuständig.
Eine sinnvolle Anschaffung können intelligente Rauchmelder sein. Ausgestattet mit anderen Luftsensoren, können sie ununterbrochen Daten zur Luftqualität erfassen. Nachrichten oder Statusmeldungen erhalten sind per Smartphone-App abrufbar. Durch einen Bewegungsmelder wird der smarte Rauchwarnmelder sogar zum Einbruchsmelder, der die Sicherheit in Ihrem Haus zusätzlich steigert und per App sofort über alle ungewöhnlichen Vorkommnisse in Ihrer Abwesenheit informiert.
Bei der Sicherheit sollte nicht gespart werden. Deshalb sollten für den Fall des Falles Feuerlöscher und Löschdecken bereitgehalten werden. Die Lagerung von Holz und brennbaren Materialien sollte nicht im oder in unmittelbarer Nähe des Hauses erfolgen. Sofern vorhanden, können eine Rettungsleiter sowie installierte Gartenzapfhähne im Brandfall nützlich sein. Eine Feuerversicherung sichert Immobilien in der Regel gegen Schäden ab, die durch das Feuer selbst, die Brandbekämpfung (z. B. Löschwasser) oder als Folge davon entstehen.
Auswahl nicht brennbarer Ausstattungs- und Baumaterialien
Ein besonderes Augenmerk sollte beim Bau eines Hauses auf die Verwendung nicht brennbarer Ausstattungs- und Baumaterialien liegen. Das grundlegende Kriterium für die Auswahl der jeweiligen Materialien ist dabei deren Brandverhalten. Das ist in der europäischen Klassifizierung in sieben Klassen unterteilt, die mit den Buchstaben A bis F gekennzeichnet sind.
Zur höchsten Klasse gehören Baustoffe der Klasse A1 (z.B. Zement, Beton, Glas, Ziegel oder Mörtel). Sie sind nicht brennbar, enthalten keine brennbaren Bestandteile und zeigen daher auch keine Rauchentwicklung. Baustoffe der Klasse A2 (z.B. Gipskartonplatten mit geschlossener Oberfläche) sind ebenfalls nicht brennbar, dürfen aber gewisse Anteile brennbarer Bestandteile enthalten. Die niedrigste Klasse, F, ist Produkten zugeordnet, die die Kraft eines Feuers stark erhöhen und dessen Entwicklung sogar beschleunigen können. Die Klassen der Baustoffe sind in den Produktdatenblättern der jeweiligen Materialien zu finden.
Inspektion von Feuerstellen und Schornsteinanlagen - Reinigung von Rauchrohren
Um Ihr Haus vor Brandgefahren zu schützen, ist es notwendig, regelmäßige Inspektionen der Heizungs- und Schornsteinanlagen durchzuführen. Diese werden durch den Schornsteinfeger durchgeführt und umfassen die sogenannte „Feuerstättenschau“ sowie Abnahme- und Messaufgaben, um die Betriebssicherheit und Erfüllung gesetzlicher Vorschriften zu garantieren. Diese Inspektionen sind gesetzlich vorgeschrieben und sollten mindestens einmal im Jahr erfolgen. Falls das Haus mit festen Brennstoffen beheizt wird, sollte der Schornstein vierteljährlich gereinigt werden.
Bei Feststellung von Unregelmäßigkeiten erläutert der Schornsteinfeger die erforderlichen Maßnahmen, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten. Zusätzlich zur Prüfung der Abgaswerte durch den Schornsteinfeger ist es durchaus sinnvoll, einen Wartungsvertrag mit einem Heizungsinstallateur abzuschließen. Denn während der Schornsteinfeger hauptsächlich das Abgassystem prüft, nimmt der Heizungsbauer eine umfassende Wartung und Reinigung der gesamten Heizungsanlage vor und erhöht so deren Lebensdauer.
Inspektion der Elektroinstallation
Die Prüfung elektrischer Anlagen dient nicht nur der Sicherheit im Hinblick auf Brandgefahren, sondern ist auch wichtig, um die Effizienz der eingesetzten technischen Anlagen zu gewährleisten. Regelmäßige Überprüfungen sind gesetzlich vorgeschrieben. Genutzte Bauwerke müssen mindestens alle fünf Jahre auf ihren technischen Zustand und ihre Gebrauchstauglichkeit überprüft werden. Die Häufigkeit der Inspektionen hängt von Faktoren wie dem Alter der elektrischen Anlage, ihrer Belastung durch äußere Einflüsse, dem Verwendungszweck des Gebäudes und den Ergebnissen vorheriger Inspektionen ab. Die Inspektion gliedert sich in zwei Phasen: eine visuelle Inspektion der Anlage und Tätigkeiten im Zusammenhang mit Prüfungen und Messungen unter Einsatz spezieller Messgeräte.
Smart-Home-Technologie und Brandschutz
In modernen Häusern sind immer mehr intelligente Geräte zu finden, die vor allem einen höheren Wohnkomfort bieten und ein Gefühl von Sicherheit in den eigenen vier Wänden vermitteln. Dank Internetverbindung verfügen Smart-Home-Geräte auch über eine App-Anbindung, die Sie auf Ihrem Smartphone immer über den Zustand der jeweiligen Geräte und deren Ladezustand des Akkus informiert. Durch die Vernetzung der Smart-Home-Geräte kann zudem die Energieeffizienz des Hauses gesteigert und bares Geld gespart werden. Funktionen wie Licht, Bewegungsmelder oder interne Kameras und Mikrofone geben zusätzliche Kontrolle und Einblick in das Geschehen zu Hause, Zu den verfügbaren Sensoren zählen neben Bewegungsmeldern, Luft- und Temperatursensoren auch Gas- oder Rauchmelder. So leistet die Smart-Home-Technologie einen wirkungsvollen Beitrag zum Brandschutz.
Intelligente Rauch-, Gas- und Temperaturdetektoren
Intelligente Sensoren zeichnen sich durch ihre hohe Funktionalität aus und sind ein integraler Bestandteil des sogenannten Smart Home. Sie können nahtlos in das zuvor beschriebene Smart-Home-System, welches über ein Gateway mit dem W-LAN verbunden ist und mittels Bedienfeld gesteuert werden kann, integriert werden. Diese Sensoren überwachen spezifische Parameter in der Wohnung und sind jederzeit einsatzbereit. Ein Rauchmelder etwa überwacht die Luftqualität und gibt bei einer Bedrohung sofort ein akustisches und/oder optisches Signal. Gassensoren arbeiten nach dem gleichen Prinzip und überprüfen, ob die Konzentration in der Luft nicht überschritten wird. Temperatursensoren sind äußerst vielseitig: Sie erkennen nicht nur, wenn die Temperatur zu hoch oder zu niedrig ist, sondern können auch automatisch das Ein- oder Abschalten der Heizung veranlassen.
Was tun, wenn ein Brand ausbricht?
Panik ist im Brandfall ein schlechter Ratgeber. Jetzt ist es wichtig, schnell und besonnen zu reagieren. Verschaffen Sie sich bei Feuerausbruch kurz einen Überblick und bewerten Sie die Situation, auch wenn dafür in der Regel wenig Zeit bleibt. Kleinere Feuer können Sie ggf. mit einem Feuerlöscher beenden. Löschversuche sollten jedoch nur dann unternommen werden, wenn keine Gefahr für Sie besteht! Wenn sich das Feuer jedoch rasch ausbreitet, verlassen Sie umgehend das Gebäude und unterstützen Sie andere Bewohner. Schließen Sie Türen nicht ab und unterbrechen Sie nach Möglichkeit die Stromzufuhr. Bringen Sie sich unter keinen Umständen in Gefahr, indem Sie versuchen, Gegenstände vor den Flammen zu retten! Verwenden Sie kein Wasser, um elektrische Geräte zu löschen. Fenster, sofern nicht als Rauchabzug vorgesehen, sollten bestenfalls nicht geöffnet werden, da der Wind das Feuer weiter anfachen könnte.
Bei starker Rauchentwicklung ist es ratsam, sich in Bodennähe zu bewegen und die Atemwege mit einem Stück Stoff oder einem Taschentuch zu schützen. Der nächste Schritt sollte darin bestehen, unverzüglich die Feuerwehr zu alarmieren. Rufen Sie die 112 an und melden Sie, wer anruft; wo der Notfallort und was passiert ist. Warten Sie auf Rückfragen! Informieren Sie dann alle Personen in der Umgebung oder im Gebäude über die Gefahr. Im Falle einer vom Feuer betroffenen Person sollte sofort Hilfe geleistet werden, indem sie auf den Boden gelegt und mit Decken oder Kleidung bedeckt wird, bevor der Rettungsdienst verständigt wird.
Zusammenfassung
Entgegen häufigen Vermutungen kommen Brände in Häusern und Wohnungen vergleichsweise oft vor. Sie sind, egal ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, vornehmlich auf menschliches Handeln zurückzuführen. Es gibt viele Maßnahmen und Verhaltensweisen, mit denen Sie das Brandrisiko in Ihrem Umfeld reduzieren können. Wenn doch ein Feuer ausbricht, ist es wichtig zu wissen, wie Sie sich richtig verhalten.
WIE KANN MAN EINEN DACHBODEN EINRICHTEN?
Der Dachboden bietet viele Möglichkeiten für die Gestaltung und Nutzung. Im Folgenden präsentieren wir Ideen, wie Sie einen funktionalen Dachboden einrichten können.